Wir sind so kleine Menschen auf einer riesengroßen Erde, so groß, dass wir sie niemals in unserem Leben ganz erforschen können. Wir fallen nicht ins Weltall runter, weil die Schwerkraft uns auf dem Boden hält und die Meere werden durch den Mond bewegt, einem Gesteinsbrocken, der aus irgendeinem zufälligen Grund um unseren Planeten kreist. Wir bewegen uns mit unserem blauen Planeten in genau dem richtigen Abstand um einen Stern herum, sodass hier Leben entstehen konnte  und wir leben nur, weil sich die Gashülle um uns herum genau im richtigen Verhältnis zueinander gebildet hat. All die Sterne über uns sind wahrscheinlich größtenteils um Vielfache größer als unsere Sonne und um jeden dieser Sterne kreisen vielleicht wieder Planeten, um welche Monde kreisen.

Wir leben hier nur, weil sich vor ein paar Millionen Jahren genau die richtigen Elemente zu unserem Planeten zusammen getan haben und durch eine unfassbar verrückte Weiterentwicklung des Lebendigen irgendwann wir daraus entstanden sind. Wir werden niemals wissen, wie groß das Universum wirklich ist und wo es endet, geschweige denn was es ist. Wie ist es überhaupt möglich, dass es endet? Und was wäre dann dahinter, hinter dem Ende? Ein Nichts? Die Verbildlichung des Nichts geht über unsere Vorstellungskraft hinaus, aber wieso sollten wir auch dazu in der Lage sein, nehmen wir doch nur eine so winzig bedeutende Rolle in diesem großen Ganzen ein.

Schwarze Löcher, die Krümmung von Raum und Zeit, entfernte Galaxien und Sonnenwinde; Das alles sind die Dinge, die wir niemals begreifen werden, die wir niemals erleben werden und die doch allein schon als ein kleiner Gedanke zumindest eine solche Macht auf uns ausüben, dass wir uns plötzlich überwältigt von der Vorstellung fühlen, wie groß es eigentlich wirklich ist, „das Große da draußen“.

Wie faszinierend es wäre, durch ein Wurmloch am Rande unseres Sonnensystems reisen zu können an einen Ort, wo Zeit in einer ganz anderen Relation funktioniert und wo wir Abermillionen Lichtjahre entfernt von Zuhause hingereist wären, weil es wie ein Tor mit einem anderen Raum-Zeit-Verhältnis war.
Was würde passieren, wenn wir auf unserer Reise in einem schwarzen Loch landen würden? Wie würde es sich anfühlen und wie lange würde unser Organismus das überleben; Ein Organismus, der sich in seinen kleinsten Bausteinen auch nur aus ein paar verschiedenen Atomen zusammensetzt und doch so gut funktioniert, dass wir uns über genau diese Dinge Gedanken machen können, aber doch eben nicht so gut, als dass wir diese Gedanken fassen könnten.

Wir leben unser Leben für wahrscheinlich noch nicht mal ein Jahrhundert, werden ein Teil in unserem selbst geschaffenen System und versuchen über die Jahre hinweg, möglichst viel Wissen und möglichst viele Erfahrungen mitzunehmen, um glücklich zu sein, weil wir Wesen mit Gefühlen sind und es wahrscheinlich einen tieferen Sinn dahinter gibt. Wir glauben, dass wir den Sinn verstanden haben und dass wir eine gewisse Rolle einnehmen, obwohl wir doch nie verstehen werden, wie dieses ganze große System funktioniert. Allein die Tatsache, dass anscheinend alles im Universum aus winzigen Teilchen besteht, die bestimmte Strukturen aufweisen und bei Zusammenkunft  mit anderen Teilchen Reaktionen auslösen, übersteigt die Vorstellungskraft der meisten.

Warum das alles entstanden ist, wie, womit es angefangen hat, wie es enden wird; All das versuchen wir uns durch Kräfte zu erklären, die wir als übernatürlich bezeichnen: Götter, Schöpfer, Schicksal. Wir brauchen die Erklärung des Anfangs und doch stößt jeder Erklärungsansatz an seine Grenzen, wenn es um die Frage geht, wie aus Nichts Etwas entstehen konnte. Auch das ist unvorstellbar und zeigt uns wieder einmal aufs Neue, wie klein wir eigentlich sind.

Wir haben die Herrschaft über einen Planeten erlangt, wir zerstören diesen und wir werden uns selbst zerstören. Und ob das dann für die Größe des Menschen spricht, diese Frage kann sich jeder wahrscheinlich selbst beantworten.

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